Das neue DIY Tool von Vorwerk : Twercs – meine durchaus kritische Meinung

Gestern war die Produktvorstellung vom neuesten Gimmick auf dem Hause Vorwerk: Twercs. Ein Do-It-Yourself Set mit vier Akkugeräten und zwar einem Bohrschrauber, einer Heißklebepistole, einem Tacker und einer Stichsäge.

Vermarktet wird das ganze mit einer geplanten Internet-Community, in der man sich ähnlich der Rezeptwelt austauschen kann und ca 100 vorkonfigurierten Bastelsätzen, die man mithilfe des Sets zusammenbauen kann.

Das Produkt erscheint im Koffer, der gleichzeitig Ladegerät für die 4 Geräte ist.

Es richtet sich wohl speziell an Frauen, die ab und an was basteln wollen und nicht an Profis. Das ist angesichts des Preises von knapp 650 Euro sehr interessant, weil dafür bekomme ich das genannte durchaus in akzeptabler Profiqualität. Mehr dazu könnt Ihr in diesem Beitrag nachlesen.

Ich habe das Produkt bisher persönlich noch nicht testen können (ist ja auch erst gestern erschienen). Jedoch habe ich im Rahmen meines Innenarchitekturstudiums, bei diversen Praktika in Handwerksbetrieben, beim Renovieren und als Mama schon das ein oder andere Werkzeug gebraucht und mir da durchaus eine Meinung bilden können.

Von der Firma Vorwerk habe ich auch ein paar Geräte im Haus und zwar den Akkuhandstaubsauger und natürlich den Thermomix. Beide finde ich gut aber überteuert.

Vorwerk hat den schon lange anhaltenden DIY Trend nun auch erkannt und ist mit diesem Set aufgesprungen. Die Idee, Werkzeuge speziell für Frauen zu konstruieren ist nett, allerdings auch nicht neu. Man denke an den legendären Bosch Ixo.

Dass alle Produkte mit Akku betrieben werden sehe ich äußerst kritisch. Erfahrungsgemäß braucht man Werkzeuge oft sofort, um dann erstmal festzustellen, dass der Akku leer ist. Oder man plant den Ladevorgang brav mit ein, legt dann los und mittendrin geht der Saft aus. Einen Tacker würde ich ohnehin nur mechanisch betrieben kaufen, selbst in der Schreinerei-Werkstatt hat das in den meisten Fällen gereicht. Wobei man echt nicht unbedingt einen Tacker haben muss. Eine Stichsäge wird so selten genutzt, dass ich die unbedingt mit Stromanschluss haben wollen würde. Und eine Heißklebepistole braucht man auch meist am Tisch, da sollte Strom irgendwie machbar sein. Ganz allgemein finde ich aber, es gibt auch bessere Methoden zu kleben als diese Pistolen. Lediglich beim Schrauber würde ich über Akkubetrieb nachdenken, dann allerdings möglichst mit Ersatzakku, damit man abwechselnd laden und arbeiten kann.

Dass alle Geräte in Koffer gelagert und gleichzeitig geladen werden ist irgendwie ja schön und ordentlich, sowas mag ich eigentlich. Leider hat es den Nachteil, dass ich auch alle vier Geräte mitschleppen muss, wenn ich Freunden helfen will, ihren IKEA Einkauf zusammenzubauen oder ein Loch in Ihre Küchenarbeitsplatte zu schneiden.

Die Idee mit der Community ist gut. Ich frage mich zwar, ob es dann auch so detailgetreue und idiotensichere Anleitungen wie beim Thermomix geben wird, aber da lasse ich mich gerne überraschen.

Was ich allerdings nicht so toll finde ist die Sache mit den fertigen Bastelsets. Das ist doch gerade der Vorteil beim Selbermachen, dass man sich die Dinge auf Maß, im Design abgestimmt auf die eigene Einrichtung und evtl. noch leicht abgeändert bauen kann. Was habe ich denn da von einem vorkonfigurierten Bastelsatz? Das ist doch dann nicht mehr individuell. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Sets besonders günstig sind. Irgendwie stelle ich mir das dann wie bei IKEA vor, nur, dass mir das Zusammenbauen hier noch als Erlebnis verkauft wird.

Ihr merkt schon, so richtig überzeug bin ich noch nicht. Nun, immerhin hat es mich inspiriert, dass ich mal eine Liste mache, mit DIY Kram, den man wirklich braucht. Und da werdet Ihr auf jeden Fall deutlich günstiger wegkommen als bei Vorwerk.

 

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3 Gedanken zu “Das neue DIY Tool von Vorwerk : Twercs – meine durchaus kritische Meinung

  1. Hallo, gerade las ich Deinen Kommentar zu den neuen diy-Werkzeugen von Vorwerk. Interessante Idee, das schaue ich mir jedenfalls bei nächster Gelegenheit genauer an. Als Hobbyschreinerin liebe ich Akku-Werkzeuge, gerade für draussen ist das praktisch. Beispiel: Bau eines Bienenstandes. Deine Kritik, Frau könne genauso gut für das Geld Profiwerkzeug bekommen, teile ich (noch) voll und ganz. Deshalb will ich erst mal sehen und probieren, wie tauglich und praktisch verwendbar sich das neue Werkzeugset erweist. Kann es mit anderen Tools mithalten oder ist es eher Spielzeug? Ob man oder Frau die Bausätze oder andere zusätzliche Gimmicks braucht, sollte jede_r für sich entscheiden, vielleicht ist das ja ein Marketinggag der Firma? Ich lasse mich jedenfalls mal überraschen, aber ich werde ganz sicher nicht mein Geld zum Fenster raus werfen! L.g. Schrauberfee

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    1. Liebe Annette,
      Recht hast Du. Momentan denke ich noch, dass es eine Marketinggeschichte ist, die auf die vernachlässigte Trend-Zielgruppe „heimwerkende Frau“ abzielt. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren, wie gesagt, aus dem Hause Vorwerk kamen schon viele feinde Sachen.

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