Die goldenen Regeln beim Innenausbau

IMG_7745Da ich ja eigentlich von Beruf Innenarchitektin bin, kommen häufig Leute auf mich zu und fragen mich: Du, wir wollen bauen/renovieren, kannst Du uns nicht vielleicht ein wenig bei der Farb- und Materialauswahl behilflich sein? Klar kann ich das!

Ich versuche das ein bißchen allgemein zu schreiben, denn natürlich spielt mein persönlicher Geschmack auch immer mit rein. Ich stehe eher auf so eine luftig helle Altbau-Landhaus-Designklassiker Mischung. Bei mir zuhause muss es in erster wohnlich und gemütlich sein.

Die Regeln, die jetzt kommen, gelten vor allem für die fest verbauten Elemente. Bei Dekokram und kleineren Möbeln könnt Ihr Euch dann austoben, das ist ja schnell mal getauscht.

Also die erste und oberste Regel heißt:

1. Im Zweifel Weiß.
Wenn Ihr nicht wisst, welche Badfliesen Ihr nehmen sollt, wie Ihr eine Wand/die Fassade streichen sollt, welche Farbe die Fenster oder Türen haben sollen, welches Bücherregal Ihr nehmen sollt – nehmt weiß. Weiß ist die Farbe, die mit den meisten Einrichtungsstilen kompatibel ist, die sich mit so gut wie gar nichts beißt und die auch am wertstabilsten ist.

2. Nimm nichts, was so aussieht, wie etwas, was es nicht ist.

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Das gilt vor allem für alles in Holzoptik. Ich weiß nicht, wie oft ich den Satz schon gehört habe „das sieht so echt aus, da merkst Du gar keinen Unterschied“. Doch, den merkt man. Erst sieht man es optisch immer, zweitens gibt es auch noch die Haptik. Also Finger weg von Laminat, Fliesen in Holzoptik, PVC in Fliesenoptik, Fliesen in Steinoptik, Kunststofffurnieren, die wie Holz aussehen sollen und und und.
Ach und lasst Euch bitte nicht einreden, dass die anderen Materialien so kompliziert zu pflegen wären, das stimmt nämlich nicht.

3. Entscheide Dich für hochwertige Materialien und spare dort nicht.
Ich weiß, es ist nicht immer einfach, wenn man baut ist sowieso schon alles teuer und man versucht zu sparen, wo es geht. Aber bitte nicht bei den Materialien! Ihr werdet Euch jeden Tag ärgern, dass Ihr nicht noch ein bißchen mehr ausgegeben habt und das genommen habt, was wirklich perfekt gewesen wäre. Immerhin wohnt Ihr später da drin/drauf.

4. Möbel: versucht nicht alles gleichzeitig neu zu kaufen
Damit auch mal gespart wird: kauft Euch bitte nicht alle Möbel neu. Und vor allem dann nicht, wenn Ihr vielleicht gerade sowieso ein bißchen aufs Geld schauen müsst. Schaut erst einmal, ob Ihr nicht vieles aus Eurer alten Wohnung irgendwie in die neue Wohnung passt. Und wenn es nicht gleich perfekt ist, dann macht Euch auf die Suche nach dem perfekten Teil, aber immer nur eines und bitte nicht zum Hofmeister fahren und alles aus einem Guss kaufen. Nichts ist schlimmer, als wenn eine Wohnung aussieht wie ein Katalogbild.
Oft haben auch die eigenen Eltern oder Großeltern noch das ein oder andere Schätzchen verstaubt auf dem Dachboden rumliegen oder man findet schöne Sachen im Sperrmüll.
Vielleicht kann man das ein oder andere Teil auch durch einen neuen Anstrich aufmotzen oder über das Sofa einfach eine große Decke legen, bis man die perfekte Alternative gefunden hat. Die Wohnung hat dadurch viel mehr Charakter, also wenn alles neu ist.

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Die Möbelindustrie hat mittlerweile auch erkannt, dass es sich lohnt, Modetrends zu kreieren und wieder untergehen zu lassen, wenn Ihr Euch alles auf einmal kauft, dann geht Ihr ein hohes Risiko ein, dass es Euch in einem Jahr nicht mehr gefällt. Relativ sicher seid Ihr unterwegs mit Antiquitäten, Designklassikern (in Zweifel haben diese zumindest einen hohen Wiederverkaufswert) und – siehe Punkt 1 – schlichten, weißen Möbeln.

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